Bevor Sie mit dem Rolling Budget beginnen

Ein flexibles Budgetsystem verändert die Art, wie Unternehmen planen. Aber es braucht mehr als nur den Willen zur Veränderung. Hier erfahren Sie, ob Ihr Unternehmen bereit ist – und was Sie wirklich brauchen, um erfolgreich zu starten.

Finanzexperte Lennart Hohenstein

Lennart Hohenstein, Finanzberater

Seit 2018 begleite ich mittelständische Unternehmen bei der Umstellung auf flexible Budgetmodelle. Das Wichtigste dabei? Die richtige Vorbereitung macht den Unterschied zwischen Erfolg und Frustration.

Was Sie wirklich brauchen

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Zeitliche Kapazität

Ein Rolling Budget aktualisiert sich kontinuierlich. Das bedeutet nicht täglich neue Zahlen, aber Sie sollten monatlich etwa 4-6 Stunden für Anpassungen einplanen. Wenn Ihr Team bereits jetzt mit der Quartalsplanung kämpft, wird es schwierig.

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Daten, die stimmen

Ohne verlässliche Grunddaten macht ein flexibles Budget keinen Sinn. Sie brauchen mindestens 12 Monate historische Finanzdaten und Zugriff auf aktuelle Geschäftszahlen. Idealerweise haben Sie bereits ein funktionierendes Controlling-System.

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Team-Akzeptanz

Die beste Methode scheitert, wenn das Team nicht mitzieht. Ein Rolling Budget erfordert regelmäßige Abstimmung zwischen Abteilungen. Sprechen Sie vorher mit allen Beteiligten – besonders mit denen, die später damit arbeiten müssen.

Häufige Stolpersteine und wie Sie sie vermeiden

Aus unserer Erfahrung mit über 40 Unternehmen seit 2022 wissen wir: Diese drei Herausforderungen tauchen immer wieder auf.

Zu komplexe Strukturen am Anfang

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Viele Unternehmen wollen gleich zu Beginn jede Kostenstelle detailliert abbilden. Das führt oft zu Überforderung im ersten Quartal.

Besser: Starten Sie mit 5-7 Hauptkategorien und verfeinern Sie später. Eine einfache Struktur, die tatsächlich gepflegt wird, ist mehr wert als ein komplexes System, das nach zwei Monaten vernachlässigt wird.

  • Beginnen Sie mit groben Kategorien wie Personal, Marketing, Betrieb
  • Fügen Sie Details hinzu, wenn der Prozess läuft
  • Nutzen Sie die ersten drei Monate als Testphase
Finanzplanung am Arbeitsplatz

Unrealistische Anpassungsfrequenz

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Es gibt keine feste Regel, wie oft Sie aktualisieren sollten. Wöchentliche Updates klingen gut in der Theorie, überfordern aber die meisten Teams in der Praxis.

Realistisch: Die meisten Unternehmen fahren gut mit monatlichen Updates und zusätzlichen Anpassungen bei größeren Veränderungen.

  • Monatliche Routine-Updates sind für die meisten ausreichend
  • Zusätzliche Anpassungen nur bei signifikanten Änderungen
  • Quartalsweise ausführlichere Überprüfungen einplanen

Warnsignal: Wenn Ihr Team gestresst wirkt oder Updates immer später kommen, ist die Frequenz zu hoch.

Fehlende Kommunikation zwischen Abteilungen

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Ein Rolling Budget funktioniert nur, wenn alle relevanten Bereiche eingebunden sind. Wenn die Marketingabteilung nicht weiß, dass der Vertrieb das Budget für Q3 erhöhen muss, entstehen Konflikte.

Lösung: Etablieren Sie von Anfang an regelmäßige Budget-Meetings. Nicht lang, aber verbindlich. 30 Minuten monatlich reichen oft aus.

  • Feste Termine für Budget-Abstimmungen setzen
  • Klare Verantwortlichkeiten definieren
  • Einfache Kommunikationswege etablieren
  • Änderungen transparent dokumentieren

In unseren Programmen ab Herbst 2025 lernen Sie konkrete Kommunikationsstrukturen kennen, die in der Praxis funktionieren.

Erfahrung aus der Praxis

Tilman Wassermann, Unternehmensberater

Tilman Wassermann

Seit 2019 spezialisiert auf flexible Budgetmodelle

Die größte Herausforderung ist nicht die Technik. Es ist die Veränderung im Mindset. Unternehmen sind gewohnt, einmal im Jahr zu planen und dann das Budget abzuarbeiten. Bei einem Rolling Budget müssen Sie akzeptieren, dass Anpassungen normal sind – nicht Ausnahmen.

Ich empfehle immer: Nehmen Sie sich Zeit für die Vorbereitung. Drei Monate Planung sind besser als ein Jahr Frustration, weil das System nicht funktioniert. Und starten Sie bewusst in einer ruhigeren Geschäftsphase, nicht mitten im Jahresendgeschäft.

Bereit für den nächsten Schritt?

Wenn Sie sich in den beschriebenen Voraussetzungen wiedererkennen, ist es Zeit, tiefer einzusteigen. Unser Lernprogramm zeigt Ihnen die praktische Umsetzung – mit realen Beispielen und bewährten Methoden.

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